Body Shaming?! Heult nicht rum!

Sagen wir es mal so: Mit diesem Beitrag werde ich mir nicht nur Freunde machen. Wahrscheinlich sogar eher viele Feinde. Dann muss ich euch aber leider sagen, dass ihr meinen Post nicht wirklich verstanden habt. BODY SHAMING. Das Wort des Sommers 2017. Wenn nicht sogar des gesamten Jahres. In ungefähr jeder Zeitschrift und auf jedem zweiten perfekten Instagramprofil werden wir mit diesem Begriff konfrontiert. Doch was bedeutet Body Shaming überhaupt?

Body Shaming – Was es damit auf sich hat

Es gibt aktuell genügend Menschen, die sich zu dem Thema Body Shaming geäußert haben… Googelt man den Begriff, spuckt die Suchmaschine über 8 Millionen!!! Ergebnisse aus. Das ist mehr als beim Suchwort ‚Helene Fischer‘ und sie war bekanntlich letztes Jahr noch der meist gesuchte Promi im Netz. (Damit hätten wir die Kategorie unnützes Wissen für heute auch bedient.)

Fest steht: Zu keinem Zeitpunkt haben wir uns mehr mit vermeintlichen Körperidealen, mit unserem Körper und den Körpern anderer Menschen beschäftigt, als es aktuell der Fall ist. Besonders in den sozialen Netzwerken kommt es leider immer wieder vor, das Menschen, die sich ja angeblich durch ihre Tätigkeit im Social Media Bereich zum Fressen aller machen, beleidigt, beschimpft und mit harscher Kritik zu ihrem Aussehen konfrontiert werden. 

Body Shaming

Body Shaming

Body Shaming

Hört auf, euch gegenseitig fertig zu machen!

Versteht mich nicht falsch! Ich bin absolut gegen Body Shaming! Es geht verdammt nochmal niemanden irgendetwas an, wie ein anderer Mensch aussieht. Wenn ich ein Bild nicht mag, scrolle ich weiter. Ich habe weder die Zeit, noch maße ich es mir an, das Aussehen eines anderen Menschen so zu beurteilen, dass ich ihn damit öffentlich bloßstelle oder sogar verletze. 

Aber eine Sache geht mir aktuell richtig auf den Zeiger: Dieses heuchlerische #nobodyshame von ach so perfekten Teilnehmern der Social Media Welt. Ich bin für Selbstliebe, nutze den Hashtag selbst hin und wieder, weil ich persönlich es wichtig finde, gut zu sich selbst zu sein. Genau das versuche ich euch täglich auf meinen Kanälen zu vermitteln. Steht früh auf. Macht Sport. Ernährt euch gesund. Esst Obst. Genießt die Sonne. Verbringt einen Nachmittag mit eurer Freundin im Café. Seid einfach gut zu euch selbst. 

Seid ehrlich zu euch selbst…

Allerdings – und das ist jetzt meine durchaus provokante Meinung – hat es einfach nichts mit Selbstliebe zu tun, seinen Körper nicht zu achten, ihn nicht gut zu behandeln und ihn nicht mit gesundem Essen, frischer Luft und Bewegung zu versorgen, sodass er fit und gesund ist und alle Herausforderungen des täglichen Lebens meistern kann. Genuss und sich ab und zu auch etwas gönnen gehören genauso dazu, natürlich! Dennoch habe ich das Gefühl, dass es gerade sehr einfach ist, sich hinter dem Thema Body Shaming zu verstecken…

Body Shaming

Body Shaming

Ich nehme es niemandem, der auf seinen Profilen ausschließlich perfekte Bilder postet, ab, dass er oder sie gegen Body Shaming ist. Denn nichts anderes ist es, wenn ich mich stets von meiner besten Seite zeige. Ich selbst poste auch nur Bilder bei Instagram oder auf dem Blog, mit denen ich zu einhundert Prozent zufrieden bin. Auf Instastories erlebt ihr mich auch mal morgens ungeschminkt oder verschwitzt nach dem Training. Das ist das Medium. Instastories ist direkt, unverstellt und genau dafür ist es so beliebt. 

Dennoch denke ich, dass der Hashtag #nobodyshaming oder der Begriff Body Shaming gerade so inflationär und unbedacht benutzt wird, dass es mich fast wütend macht. Es gibt nur wenige, die sich mit ihrem Verhalten auf Social Media wirklich gegen Body Shaming aussprechen und das Ganze auch leben. Diesen Personen glaube ich, dass sie sich und andere so akzeptieren, wie sie sind. Denn sie zeigen ihre Dellen, ihre kleinen Röllchen am Bauch beim Sitzen und stehen dazu. Das finde ich toll und mutig! 

Am Ende soll sich gerne jeder so wohlfühlen, wie er oder sie ist. Niemand soll andere beleidigen oder beschimpfen, weil sie nicht dem gängigen Körperideal entsprechen. Und niemand sollte sich auf einem Modewort ausruhen, dass schon bald durch ein neues ersetzt werden wird…

Was ist eure Meinung zum Thema Body Shaming? Teilt sie mir gerne in den Kommentaren mit und diskutiert darüber!

 

 

 

 

 

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9 Kommentare

  1. Mit deiner Meinung zum Thema Bodyshaming gebe ich dir recht. Jemanden zu beleidigen und ohne weiteres über sein äußeres zu urteilen steht niemandem zu. Doch viele nutzen – auch im Rahmen dieses Hashtags – mit dem Bodyshaming das Verstecken. Niemand sollte schlecht zu seinem Körper sein, es ist unser Zuhause und das haben wir nur ein mal.
    Ich denke, dass es vielen schwer fällt, ihren inneren Schweinehund zu überwinden. Um das nicht zugeben zu müssen, verstecken sie sich hinter dem „Wort des Jahres“ und rechtfertigen gefühlt ALLES damit.
    Ein sehr ehrlicher, provokanter und interessanter Beitrag – gefällt mir sehr!

  2. Finde deinen Beitrag sehr gut und treffend. Wir werden von Trends und den dazugehörigen Trendwörtern blind durchs Leben gelotst. Das ist schade. Wichtiges wird somit in den Hintergrund gedrückt. Bin gespannt, wie das noch weitergeht!
    Lg Sonja

  3. Liebe Andrea,
    wirklich ein gelungener Beitrag! Ich muss sagen, dass mir diese Gedanken auch bereits gekommen sind, wenn ich den ein oder anderen Instagram-Post mit eben jenem Hashtag gesehen habe. Leider ist die Bedeutung von Body Shaming, aber noch viel mehr von #bodylove und #selbstliebe völlig abgedriftet hin zu diesem unreflektierten „Ich mag mich, wie ich bin“ – auch wenn ganz objektiv betrachtet ein nicht mehr gesunder Zustand damit verteidigt wird.

    Ich sehe das daher wie du und denke, dass wir wieder achtsamer sein sollten. Mit uns selbst, aber auch mit den Begriffen, mir denen wir uns, unsere Bilder, unseren Lifestyle versehen wollen. Danke für diesen (gar nicht so provokanten, sondern vielmehr sehr ehrlichen und aufmerksamen) Beitrag!

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Liebe Julia, ich danke dir sehr für deinen ausführlichen Kommentar! Es freut mich, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe und es Leserinnen gibt, die das ähnlich sehen!

  4. Hallo,

    an sich ein guter Beitrag, aber mir stößt eine Sache etwas sauer auf.
    Ja, ich weiß, dass du es als provokante Meinung deklariert hast, aber ich würde niemanden unterstellen sich nicht selbst zu lieben nur weil er nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht.
    Ich selbst habe zu viel auf den Rippen und liebe mich trotzdem. Klar es war ein schwerer Weg, dank Leuten, die einem eben versucht haben einzureden man sei es nicht wert geliebt zu werden, weil man eben – sagen wir es offen – fett ist. Inzwischen ist mir die Meinung anderer egal. Ich muss mein Leben leben und nicht sie.
    So lange jemand mit sich selbst zufrieden ist, würde ich schon sagen, dass er sich selbst liebt.

    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Hallo liebe Sarah, danke für deinen ehrlichen Kommentar. Ich finde es immer gut, wenn man auch einen anderen Standpunkt klar und höflich formulieren kann! Die liebe Julia hat es noch einmal wirklich gut mit ihrem Kommentar auf den Punkt gebracht: Natürlich darf und sollte sich auch bitte jeder selbst lieben! Für mich persönlich gehört dazu aber eben nicht nur, dass ich mich irgendwann aus welchen Gründen auch immer einfach so annehme, wie ich bin. Vielmehr ist Selbstliebe für mich eine Achtsamkeit. Körper, Geist und Seele sollten, meiner Meinung nach, immer im Einklang miteinander stehen und darauf muss jeder bei sich selbst achten.
      Ein gängiges Schönheitsideal hat, da gebe ich dir recht, nichts mit Selbstliebe zu tun. Jeder, der einem anderen Menschen versucht zu beweisen, dass es/sie es ist wert ist, geliebt zu werden oder sich selbst zu lieben, ist ein Idiot!
      Vordergründig ging es im Beitrag aber eben um den inflationären Gebrauch des Begriffes Body Shaming. Darum, dass ich aktuell den Eindruck habe – und damit beziehe ich mich noch einmal auf die gelungene Formulierung von Julia – dass es recht einfach ist, eine „Nicht-Achtsamkeit“ sich und seinem Körper gegenüber hinter diesem Begriff zu verstecken.
      Ich freue mich, dass du mit dir, trotz ein paar Pfunde im Reinen bist! Weiter so! 🙂

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