Dein Problem? Kannst du behalten!

„Dein Problem? Kannst du behalten!“ – Zugegeben, der Titel ist etwas provokant. Doch trifft er ziemlich genau das, was dieser Text beinhaltet. Das wird kein Erguss an Lebensweisheiten oder der heilige Verhaltens-Gral. Dies sind Erfahrungen, die ich machen durfte und ich teile sie gerne mit euch, weil ich glaube, dass sie dem einen oder anderen nützlich sein könnten.

Distanz wahren.

Abstand halten.

Zuhören, eine Schulter bieten und gleichzeitig eine unsichtbare, aber wirksame Glaswand zwischen sich und den anderen schieben.

Problem

Problem

Das ist ein wirklich schwieriges Unterfangen. Besonders, wenn es um Personen geht, die einem sehr nahe stehen. Im zwischenmenschlichen Kontakt geht es doch recht schnell, dass man einen Rucksack voller Probleme, Gefühle oder Frustration auf den Rücken geschnallt bekommt und dann plötzlich ganz schön ins Wanken gerät – ähnlich einem Kind, welchem der Schulranzen etwas zu schwer ist. Darüber muss man sich nicht wundern, denn es ist schon schwierig genug, die eignen Probleme zu balancieren. Wie bitte soll das dann noch mit denen der anderen funktionieren?

Eine Sache, die ich in den letzten Jahren gelernt habe und zunehmend umsetze, ist es, die Probleme der anderen auch bei ihnen zu lassen. Das heißt nicht, dass man keine gute Freundin, keine gute Tochter, Partnerin, Schwester, Mitarbeiterin oder was auch immer ist. (Gleiches gilt natürlich auch für die Herren der Schöpfung… 😉 )

Als beste Freundin hörst du natürlich zu, wenn es Probleme gibt, du erteilst Ratschläge, sagst, wie du dich verhalten würdest. Dein Partner ist traurig oder ihn belastet eine Situation, höre hin, sei die Schulter zum Anlehnen. Deine Mama bedrückt etwas? Nimm sie in den Arm, sprich ihr Mut zu. Eine Kollegin hat Redebedarf? Schnapp dir einen Kaffee und tausche dich mit ihr aus. Aber tue eines nie: die Probleme der anderen zu deinen machen!

Das ist hart. Für dich, weil du dich klar positionieren musst. Es erfordert Mut und Selbstbewusstsein. Das ist härter für dein Gegenüber, welches es vielleicht bisher aus anderen zwischenmenschlichen Beziehungen oder sogar von dir gewohnt war, Probleme abzugeben. Ist ja auch ganz schön einfach und bequem. In den meisten Fällen passiert das sicher sogar ganz unbewusst und ohne schlechten Hintergedanken. Umso wichtiger ist es, dass du ganz genau hinschaust. Gerade in engen Beziehungen, die man nun mal zu einem Partner, einer Freundin oder zu einem Familienmitglied hat, vermischen sich Sorgen und Probleme schnell. Die persönliche Nähe, die man zu einer Person empfindet, könnte bedroht sein, wenn man sich distanziert.

Problem

Das ist nicht der Fall. Jeder ist für sich verantwortlich. Es ist ein unfassbar befreiendes und gutes Gefühl, einen Ratschlag zu geben, zuzuhören, jemanden zu umarmen und Mut zu machen, dann jedoch weiterzugehen ohne sich selbst verantwortlich zu fühlen. Das erfordert Vertrauen. Vertrauen in deine eigene Distanzierungsfähigkeit und vor allem Vertrauen in dein Gegenüber. Unterschätze die Person nicht und unterschätze auch nicht, wie befreiend und gut es sich auch für diese Person anfühlen wird, das Problem oder die Sorge selbst bewältigt zu haben.

Dein Problem? Kannst du behalten! – Das gilt natürlich noch viel mehr für Menschen, die es weniger gut mit dir meinen. Solche, die ihren Rucksack ganz bewusst und gerne auf deinen Rücken schnallen. Ich bin sicher, die erkennst du ganz schnell. 😉

Probier es aus und teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren. Ich freue mich darauf!

Ps: Mehr Details zum Outfit findest du in diesem Beitrag.

Problem

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5 Kommentare

  1. Oh du sprichst so wahre Worte! Abstand wahren kann so wichtig sein – im richtigen Maß. Aber das ist ja bei allem so 😉

    Buchempfehlung: The Lifechanging Magic of Not Giving A Fuck.

    xx Tori
    simpletwentysomething.com

    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Tori. Von dem Buch habe ich schon mal was gehört – klingt, als sollte ich mir das noch einmal genauer ansehen. 😉

  2. Lesenswerter Artikel. Ja, jeder ist für seine Probleme selbst verantwortlich.Meist sind es „nur“ Gedanken. Bei einer guten Problemlösung erhellt sich die Psyche wieder, wird ein neuer Horizont sehbar.
    Selten besuche ich die FB Seite. Schön gestylt mit hübschen Fotos von dir als Beiwerk macht die Seite angenehm zum verweilen und zum lesen.
    Weiter so. Gut gemacht.

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